Kinder Tablets im Unterricht

Foto: Intel Free Press

Mehrere Schulen in ganz Deutschland versuchen Kinder Tablets im Unterricht sinnvoll zu nutzen. Das soll Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Technologie beibringen. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

In Hückeswagen werden seit geraumer Zeit sogenannte Whiteboards in den Klassenzimmern verwendet. Das sind große Bildschirme, auf die man schreiben kann. Whiteboards haben aber auch eine Verbindung ins Internet und dienen so als Tor in die digitale Welt. Ist das sinnvoll? Wie die RP Online berichtet, sind die Lehrer regelrecht begeistert von den Whiteboards, wegen ihrer vielseitigen technischen Möglichkeiten.

Ganz anders hingegen argumentiert Philipp Depiereux in WELT ONLINE. Der Autor spricht sich für eine Kindheit ohne Smartphone aus. Und zwar ganz einfach, weil Kinder, die zu früh mit der digitalen Technik in Berührung weniger kreative Fähigkeiten entwickeln.

Kierspe, ein beschaulicher Ort in Nordrhein-Westfalen. Die dort ansässige Sparkassenstiftung der örtlichen Sparkasse finanziert seit einigen ein interessantes Pilotprojekt. 135 Schüler der ortsansässigen Gesamtschule lernen mittels Tablet. Man spricht dort vom Ende der Kreidezeit. Wie das Online-Portal come-on.de berichtet ist dieses Pilotprojekt durchaus erfolgreich.

Mit rund 12.000 Euro unterstützt die Sparkasse das Projekt und man ist überzeugt, dass dies die Zukunft des Unterrichts sei. Der Wandel in der Gesellschaft sei dabei ausschlaggebend gewesen, sich dieser Sache zu widmen. Man müsse sich den Anforderungen der digitalen Zeit stellen. Der Schulleiter Johannes Heintges ist überzeugt: „Die Erfindung des Internets ist so revolutionär, wie die Erfindung des Buchdrucks. Der Umgang mit dem Computer ist so elementar wie lesen, schreiben, rechnen.“ Man dürfe sich also diesen Herausforderungen nicht entziehen und müsse Schüler an die digitale Welt heranführen und den verantwortungsvollen Umgang mit de Geräten zu erlernen.

Bis 2020 sollen alle Schüler seiner Schule Tablets im Unterricht benutzen, so Heintges weiter.

Ortswechsel: Seelbach, Baden-Württemberg. Ein kleiner 5000-Seelenort im Schwabenländle hat Großes vor. Dort hatten zwei Lehrer an der Werkrealschule eigenhändig ein Programm gestartet, um Kinder mit Tablets im Unterricht zu unterrichten. Ganz offensichtlich mit Erfolg. Denn nun geben diese Lehrer ihr Wissen weiter. Die beiden Lehrer Christoph Marquardt und Daniel Kittel sind nun Pioniere, wie die Badische Zeitung berichtet.

Marquardt berichtet, die Idee sei es, statt des Computerunterrichts einfach Tablets zu benutzen. Das spart Zeit und hat einen eindeutigen Mehrwert. Denn normalerweise muss man in den Computerraum einer Schule gehen. Das kostet jedes Mal Zeit. Die Tablets kann man einfach im Klassenzimmer benutzen und so die Kids spielerisch an die digitale Welt heranführen. Diese Nutzung von Kinder Tablets erscheint sowohl Lehrern, wie Eltern und Schülern nützlich und man will diese Arbeit nun im Landkreis ausweiten.

Marquardt stellt jedoch fest, dass die Tablets nicht das Heft und das normale Schreiben ersetzen sollen. Sie sollen dazu dienen, Kinder die virtuellen Möglichkeiten sinnvoll zu erklären.

Dieser Ansicht schließt sich Kindertablet.info an. Kinder Tablets sollten auf keinen Fall Ersatz für das analoge Schreiben und Zeichnen sein. Dabei werden nämlich wichtige Felder im Gehirn aktiviert, die bei digitaler Nutzung nicht angespielt werden. Tablets für Kinder sind als zusätzliche Tools sinnvoll und nützlich, aber sie sollten nicht zu einem Ersatz für den natürlichen Spieltrieb des Kinder werden.

Man muss sicher aber vielleicht zusätzlich fragen, ob die Schule nicht ein Ort sein soll, der großteils ganz frei ist von verschiedener moderner Technologie. Andererseits haben Schulen natürlich den Auftrag, Kinder fit zu machen für die Ansprüche der Zukunft. Die richtige Balance zu finden zwischen analoger und digitaler Technik scheint die Verantwortung und Aufgabe heute zu sein. Sowohl für Schulen wie auch für Eltern.

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